Brigitte Burmeister

gešndert: Brigitte Burmeister  13. August 2016

Brigitte Burmeister

Geboren in Posen, aufgewachsen in Halle, dort Abitur und anschließend  ein Jahr Arbeit  in einer Maschinenfabrik.  Studium der Romanistik im benachbarten Leipzig, 1967 Ortswechsel nach Berlin (Ost), 2009 von Berlin nach Waren (Müitz). Literaturgeschichtliche Forschungen an der Akademie der Wissenschaften, 1973 Promotion über die politischen Theorien der französischen Aufklärung. In der Folgezeit  Publikationen zur  zeitgenössischen französischen Literatur und Literaturtheorie, so zum Nouveau Roman, der Gruppe Tel Quel und zum „weiblichen Schreiben“ (écriture féminine). 1983, nach fünfzehn Jahren Tätigkeit  auf der Seite derer, die „über Literatur Bescheid wissen“, Wechsel hinüber zu denen, die sie „machen“. Der erste, noch deutlich vom Nouveau Roman beeinflusste Roman „Anders oder Vom Aufenthalt in der Fremde“ erschien 1987 im Verlag der Nation (Ostberlin), 1988  im Luchterhand Literaturverlag in Darmstadt und kam auf den zweiten Platz der Bestenliste  des damaligen Südwestfunks und wurde für den Aspekte-Literatur-preis nominiert. Einem unter Pseudonym veröffentlichten Kriminalroman („Das Angebot“, 1990), der im Wendegeschehen unterging, folgte ein deutsch-deutscher Dialog mit der Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich „Wir haben ein Berührungstabu“ (Hamburg 1991). Für den Roman „Unter dem Namen Norma“  (1994) Auszeichnung mit dem New- York-Stipendium des Deutschen  Literaturfonds und dem Kritikerpreis. Ebenfalls bei  Klett-Cotta in Stuttgart erschienen  der Erzählband „Herbstfeste“ (1995) und der  Roman „Pollok und die Attentäterin“  (1999). Der Roman  „Ohne Paul“  erschien 2008 im Selbstverlag, 2012, auf der Platform CreateSpace Independent Publishing.   Neben literarischen  Texten, die in zahlreichen Anthologien erschienen sind, gelegentlich auch Arbeiten für den Rundfunk und Leitung von Literaturwerkstätten, Tätigkeit in Jurys und Vorständen literaturfördernder Institutionen, sowie Übersetzungen aus dem Französischen, u.a. Werke von Maurice Merleau-Ponty,  Jean-Jacques Rousseau, Pierre Bergounioux, Alain Corbin, zuletzt  den Roman  „ Eisschmelze“ von Alain Nadaud  (Stuttgart 2003). Ihr Essay „Die Sinne und der Sinn. Erkundungen der Sprachwelt Claude Simons“ erschien 2010 bei Matthes & Seitz Berlin, dort auch der von ihr herausgegebene Band:  „Archipel/ Nord. Kleine Schriften und Photographien“  von Claude Simon  (2013). Politisches Engagement als Mitbegründerin des „Europäischen Bürgerforums“ 1990 und im Writers-in-Prison -Kommitee des Deutschen P.E.N. (Mitglied seit 1991, im Präsidium  1994 – 2000) Auf Einladung des Goethe-Institutes Lesungen und Vorträge in Paris, Neapel, Palermo, Rom, Boston, Washington, Rotterdam, Bratislava, Karachi (Pakistan), Mexiko,  Monterrey, Johannesburg und Kapstadt. 1996 Writer-in-Residence an der University of Warwick (England). Zahlreiche Aufenthalts- und Arbeitsstipendien in Deutschland.  

Autorin

Roman „Anders oder Vom Aufenthalt in der Fremde“ Verlag der Nation (Ostberlin) 1987,  Luchterhand Literaturverlag (Darmstadt), 1988 (Unter Pseud. Liv Morton) Kriminalroman „Das Angebot“,  Verlag der Nation (Ostberlin), 1990   Roman „Unter dem Namen Norma“, Klett- Cotta (Stuttgart), 1994    Erzählband „Herbstfeste“ Klett-Cotta (Stuttgart), 1995 Erzählung “Abendspaziergang” Berliner Handpresse Berlin,1995 Roman „Pollok und die Attentäterin“   Klett-Cotta (Stuttgart), 1999 Roman „Ohne Paul“ CreateSpace Independent Publishing Platform,  2008 Dialog mit der Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich „Wir haben ein Berührungstabu“, KleiVerlag (Hamburg), 1991 

Arbeiten zur französischen

Literatur “Streit um den Nouveau Roman” Akademieverlag (Berlin) 1983 Essay „Die Sinne und der Sinn. Erkundungen der Sprachwelt Claude Simons“  Matthes & Seitz (Berlin) 2010 Claude Simon: “Archipel/ Nord. Kleine Schriften und Photographien  Übers. Eva Moldenhauer, Matthes & Seitz (Berlin) 2013 „

Übersetzerin

Übersetzungen aus dem Französischen, u.a. Werke von Maurice Merleau-Ponty, Jean-Jacques Rousseau, Pierre Bergounioux, Alain Corbin,  Alain Nadaud. weitere Informationen 
Claude Simon lesen. Noch in den Übersetzungen den Rhythmus der Sätze spüren, die Musikalität seiner Sprache, die barocke Üppigkeit der Bilder genießen. Erleben, wie das nicht-sinnliche Medium der Schrift in Simons Texten alle Sinne reizt. Im Sog seiner Beschreibungen die Bilder im eigenen Kopf herstellen, dem Konturlosen Gestalt verleihen. Eine Welt entdecken, in der es nichts gibt, das keine Aufmerksamkeit verdiente. Immer wieder sich einnehmen lassen von einer   Schreibweise, die „aus einem Sprechen über fast nichts ein Erzählen über fast alles macht“. (Wilhelm Genazino)